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Alkoholverbot auf deutschen Straßen?

Dienstag, 25. Dezember 2007 - 01:51 | Kategorie: Politik | 0 Kommentare | Trackback

Dieser Text den ihr hier seht, ist eine Deutsch-Klassenarbeit, die ich vor kurzem zurückbekommen habe. Ich hab dafür ne ziemlich gute Note bekommen (1,2) und deswegen gedacht, die könnt ich doch ma online stellen. Feedback wäre wie immer toll ;-)

Seit geraumer Zeit nehmen die Diskussionen über Alkohol und dessen öffentlichen Genuss auf deutschen Straßen, immer größere Ausmaße an. Durch den Konsum der erlaubten “Droge”, die einen festen Stand in unserer Gesellschaft inne hat, soll ein Anstieg der Gewalt durch übermäßigen Verbrauch zu verzeichnen sein. Aus diesem Anlass hat zum Beispiel die Stadt Freiburg ein experimentelles und befristetes Alkoholverbot auf Freiburgs Straßen erlassen. Kann durch ein solches Verbot die Gewalt in der Öffentlichkeit reduziert werden?

Ich behaupte nein. Der Alkohol hat in Deutschland einen sehr hohen traditionellen Wert, den sich die Bürger nicht durch ein Verbot nehmen lassen wollen, er gehört nun mal einfach zum Leben dazu. Selbst bei der älteren Generation ist er kein Tabu, sondern ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Die Menschen wollen sich ihr “Recht” Alkohol zu konsumieren natürlich nicht nehmen lassen und werden das Verbot kaum akzeptieren.

Außerdem denke ich, wenn ein Jugendlicher mit einem Verbot konfrontiert wird, neigt er dazu dieses brechen zu wollen. Denn wie es so schön heißt, sind Gesetze dazu da um gebrochen zu werden. Es könnte also darin resultieren, dass der “coole” Jugendliche sozusagen auf das Verbot pfeift und einen Nervenkitzel darin sieht, den Konsum fortzusetzen, bzw. womöglich sogar zu verstärken.

Selbst wenn die Leute das Verbot annehmen und umsetzen, würde dies meiner Meinung nach kaum bis gar keine bemerkbare Reduzierung der Gewaltbereitschaft bewirken. Dies zu begründen ist in der tat sehr leicht. Problem in der Idee des Verbots sind die zahllosen Kneipen, Bars und Diskotheken, die ihren Verkauf sicher nicht beschränken werden. Dann besaufen sich die Jugendlichen eben bei sogenannten “Flatrate-Partys” oder setzen sich in eine verrauchte Kneipe ohne jede Frischluft oder in stickige und laute Diskotheken, die die menschlichen Sinne teilweise außer Kraft setzen. Treffen sich die betrunkenen Personen danach auf der Straße und beginnen einen Streit hat das Verbot auch bei möglicher Beachtung seinen Sinn und Zweck missen lassen.

Ein weiteres Problem sind die Tankstellen, die bis in die tiefste Nacht, manchmal sogar durchgehend, Alkohol verkaufen. Auf dem Weg von Tanke zu Bestimmungsort werden manche dem Zwang erliegen und die ein oder andere Flasche kippen. Um folglich eine Wirkung durch das Verbot zu erzwingen, könnte es durchaus nötig werden, auch diese Quellen einzuschränken.

Nichtsdestotrotz besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass die Regel deutlich Wirkung zeigt und gewaltfreie Straßen hervorruft. Dafür müssen aber mit Sicherheit noch weitere Schritte und Maßnahmen erfolgen.

Betrachtet man diese Gesichtspunkte kommt man meiner Ansicht nach zu dem Ergebnis, dass ein Verbot in dieser Form nicht viel bewirken kann. Hierzu müssen zwingend andere Dinge getan werden, als nur ein simples Verbot des Konsums von Alkohol auf unseren Straßen, von denen ich mir natürlich auch wünschen würde, dass sie eines Tages, auch nachts, begehbar sein werden, ohne das Risiko in Schlägereien zu geraten. Sicher würden sich auch die Bewohner, die nachts gerne ruhig schlafen würden, über friedliche Straßen freuen.

Aus diesem Grunde, liebe Verbots-Aussprecher, zeigt ein wenig mehr Kreativität, dann klappt’s auch wieder bei der nächsten Wahl.

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