vom 12. Juli 2012 | 0 Kommentare

Janelle Monae

>> Ein Artikel von Sascha Attia für Regiomusik.de

Wow! Das war ein Ereignis, hier ist der abgenudelte Begriff des Ereignis endlich mal gerechtfertigt. What a show! Janelle Monae scheint die Inkarnation purer Energie zu sein, das Prinzip der allumfassenden Liebe in terrestisch humaner Form, das bedarf einer hochgestimmten Empfangsbereitschaft des Publikums die Clark sich bemühte herzustellen, doch aus den Gefilden des Rock kommend nicht die funky sexyness der kleinen Göttin berühren konnte. Der spielte einen muskelbepackten recht weissen Rock und liess schön die Wurzeln des Blues durchhören, konnte auch abheben Marvin Gaye-gleich schmachten im Schmusefalsett und seine E Gitarre überstrapazieren. Optische Leckerbissen waren sie übrigens beide.

 

 

 

Miss Monae kommt mit fetter Besetzung, Streicher,Bläser,Vocals und alles durchgestylt und choreografiert bis in die Manschetten, die Streicher in schwarzen Lätzchen, die Lichtshow bombastisch. Sun Ra hätte gelächelt und Bootsy Collins Parlament bedingungslos zugestimmt. Die Behauptung des Aussergewöhnlichen liess sich schon in der Ankündigung schmecken, dass die Kinder, die während solch eines Konzerts gezeugt werden Flügel haben werden. Beflügelnd wars in der Tat, frisch und lecker. Trotz der grossen Besetzung ein phantastisch präziser, heisser sound, hymnisch und ekstatisch flog Janelles Stimme über diesen fetten Hintergrund. Scharfkantig, funky, voller Hingabe, mindestens bei 100 000 Volt jedes Mitglied des „Archandroid Orchestras“.

Ein überwältigendes Gesamtkunstwerk brachte das Zirkuszelt aus dem Stand zum Tanzen. Janelle selbst im besten Sinne überdreht, wie von einer gewaltigen Energie durchzuckt, die sich prompt aufs Publikum übertrug.

 

Ein hochgestimmtes Fest der Liebe, dass das die eigentliche Mission dieser Musik ist wurde allein in der umarmenden Interaktivität des acts deutlich. Jannelle lockte und forderte, malte Bilder, funktionierte Mikroständer zu Riesenpenissen um und blieb keine Sekunde still stehen. Die anfänglich langsame Entfachung der Tanzlust schien sie fast ärgerlich zu machen. Solchermassen umarmt und berauscht durch diesen sexy orchestralen sound entwickelte sich ein echtes „high“ und die Begeisterung Alex Heisslers, der es sich nicht nehmen liess sie persönlich als seinen „Favorit“ zum 30 jährigen Jubiläum des ZMF anzukündigen, wurde verständlich.

Das Freiburger Publikum lag ihr dann fast buchstäblich zu Füssen und sie gab sich hin, schmiss sich ihm in die Arme, wurde gefangen und getragen. God is love, Tanz ist diese Energie und alles ist eins im groove. Das dampfende Zirkuszelt wurde zum bewegten Ausdruck dieser Energie, die sich bis zum nächtlichen Busfahrer zog, der es sich nicht nehmen liess per Mikro die Nachtwandler mit beatbox und Gesang nach Hause zu fahren.

Das ZMF strahlte!

 

Sascha Attia