vom 4. Dezember 2011 | 0 Kommentare

Luxuslärm

Wind und Kälte vor der Tür und das selten gewordene Schauspiel von vom Himmel fallendem Wasser, führt die Menschen ins klimatisch stark an eine Sauna erinnernde Jazzhaus, um sich von der Iserlohener Band Luxuslärm so richtig einheizen zu lassen.

 

Zunächst aber betrat der aus dem Ruhrpott oder genauer aus Wanne-Eickel stammende Sebel van der Nijhoff, in klassischer One-Man Band Manier und mit Gitarre bestückt die Bühne, um der Crowd seine rotzfrechen Texte zu präsentieren. Und was soll man sagen, es machte echt Spaß den aus dem echten Leben inspirierten und verdammt nochmal ehrlichen und witzigen Zeilen zu lauschen. Titel wie „Scheiß auf die Disco“ , „Wie deutsch kann man sein“ oder das mit der Ex-Freundin abrechnende „Engel“ sorgten für Stimmung und machten Lust auf mehr. Einen perfekteren Support konnte es eigentlich fast nicht geben, um die Menschen vor der Bühne darauf vorzubereiten, was folgen sollte.

 

Nach kurzem Umbau und einem fetten Schluck aus dem Cola Becher, um den Wassergehalt im Körper wieder auf ein erträgliches Maß anzuheben und den Hitzewallungen im Jazzhaus irgendwie Herr zu werden, enterten endlich Luxuslärm die Bühne und legten sofort mächtig los. Keine Minute musste vergehen um das Publikum, bestehend aus Menschen aller Altersgruppen in den Bann der Musik zu ziehen und zum abdancen zu bewegen. Ob das nur mit den Klängen zu tun hatte oder zu einem Gewissen Teil auch an der äußerst attraktiven und vor Energie strotzenden Frontfrau Jini – man weiß es nicht. Schwärmerei hin oder her, was zählt ist die Musik und die war, mit einem Wort, geil! Die Auswahl der Songs war klasse, aus allen Alben gab es etwas zu hören, wenn auch leicht überwiegend aus dem neuesten Album „Carousel“, was allerdings völlig in Ordnung ist, weil die Platte schlicht Spaß macht und das nicht zu knapp. Neben der Musik gab es auch einige nette Geschichten vom Tourneeleben und dem Werdegang der Band zu hören und die ein oder andere witzige Szene blieb ebenso nicht aus, wie der Auftritt von Bassist David Müller als cooler Rapper der den Part von Culcha Candela in „Mehr Gewicht“ super übernahm.

 

Am Ende stand ein Set mit 20 Songs, das mit Hit Songs wie „1000 km bis zum Meer“, Leb deine Träume“ , „Atemlos“ und dem als letzter Song passend gewählte „Abschied“ jeden einzelnen Anwesenden mit einem breiten Grinsen in die Nacht entließ. Luxuriöser Lärm vom Feinsten eben.