vom 17. Juli 2012 | 0 Kommentare

Stereolove

stereolove_22Man nehme Reamonn, entferne Rea Garvey und ersetze ihn durch Thomas „Thom“ Hanrich, den Ex-Frontmann der Band Vivid die in den frühen 2000er Jahren leider ihr Ende fand und erhalte mit Stereolove eine Band, die deutlich mehr ist als ein Haufen abgeschobener Musiker, deren Ex-Fronter lieber eigene Wege gehen und die nächste große „Voice of Germany“ suchen wollte.

 

Ob sich die Wege von Band und Sänger im Guten oder Schlechten trennte sei dahingestellt, doch natürlich ist es keine leichte Aufgabe im Schatten einer Band wie Reamonn die Millionen von Platten verkaufte und die großen Hallen der Republik füllte, erneut Fuß zu fassen, sich zu etablieren und als mehr wahrgenommen zu werden, als eine billige Kopie eines Erfolgsmodells. Zwar machen Stereolove auch eingängige Popmusik mit Herzschmerzfaktor doch bereits mit ihrem Erstlingswerk „Stereo loves you“ und der bald erscheinenden zweiten Single „What if“ beweisen sie, was sie drauf haben. Keine platten sondern durchdachte und wenig kitschige Texte, umschallt von deutlich weniger Studio-polierter Musik und tiefgründigen Hooks, heben Stereolove deutlich von dem ab, was Reamonn immer ausgezeichnet hatte – glattgeschliffene Chart-Hymnen.

 

Das Konzert im nicht ganz gefüllten und untypischerweise angenehm temperierten Spiegelzelt begann mit einer Remix-Version von Radioheads „Creep“ auf das dann sogleich die Debütsingle „This is it“ folgte. Das Publikum in dem alle Altersgruppen vertreten waren und gar nicht so Frauenlastig war, wie man es hätte vermuten können, brauchte nicht lange um sich einzugrooven, die Stimmung war bestens. Anekdoten bezüglich des Zustands der Magengegend von Sänger Thom, die später passend als „Kack-Geschichte tituliert wurden, taten ihr übriges und sorgten für die auflockernden Lacher die so ein kuschliger Abend einfach braucht. Nett war auch die Einladung sich an der Bar zu treffen, um all denjenigen Zuschauern die Zuvor Uwe, Uwe (!) skandiert hatten Einen auszugeben, selbstverständlich auf Rechnung des Selben. Musikalisch sorgten Ukulele und Akkordeon für angenehme Abwechslung und brachten noch mehr Farbe ins Familienfest, das mit dem erneut gespielten Opener des Sets zu Ende ging und sehr zufriedene Gesichter hinterließ.